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"RnB streettape vol. 2" [CD] jetzt überall erhältlich

...über eine Stunde dtspr.
top RnB
gehosted von Cusmar Brown
mit

Valezka, Emory, Sophia Martin, Braheem, Jonesmann, SaYa, Rimm, MarQ, Joce’n’Reza, Nelson, Manumatei, Mic, Soul Diamonds, Moe Phoenix, MissFlint, Brahim, Jaqzon, Gammour, JoanaS, Secret Lovers

… mit beats von

Lex Barkey, Phrequincy, codxtrax, Bounce Brothas,
H-Run, Flashgordon, WhiteChocolateMusic, trippz, Don Tone, ToniBeatz, spekbeatz, JuSoul, G’roh, Litz, Ph.Feit&S.Waje, Cusmar Brown, Jamal
 

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CODX über das 1. dtspr. RnB streettape

 

CODX Rooftop-Entertainment hat vor kurzem ein neues Konzept in Deutschland auf den Markt gebracht. In der HipHop-Szene sind sogenannte Streettapes schon etabliert, doch im Soul- / RnB-Bereich sind die Konsumenten vormals noch nicht mit dieser Materie in Berührung gekommen.

Nun war es auch soweit und Deutschland durfte sein erstes „RnB-Streettape“ begrüßen. Mit Hilfe des Konzepts des Frankfurter HipHop-Urgesteins CODX gesellen sich auf diesem Streettape bekanntere Künstler wie Samir, Valezka, Jonesmann und Celina (Sedoussa) neben unbekanntere, durchaus talentierte Sänger/innen wie Sophia Martin, Saya, Rimm, Joce’n Reza und andere. Im Geiste des vorhandenen Mixtape-Zyklus platzieren die Künstler/innen ihre stimmlichen Darbietungen auf Produktionen, die allesamt aus dem HipHop-Genre stammen. Jedoch ist das Entstehungsdatum der einzelnen Stücke noch vor 2000 datiert, so dass die Stücke allesamt mit einem leichten Renaissance-Touch angehaucht sind, jedoch in eine völlige andere Richtung gehen, als es die Originale tun.

Marc Liebe konnte ein Gespräch mit dem Initiator des „RnB-Streettape“, CODX, führen und ihn zu seinem Konzept befragen.





Die Idee, ein Mixtape zu machen, auf welchem ausschließlich deutsch-sprachige RnB-Künstler gefeaturet werden, ist vormals noch nicht da gewesen. Wie kam es zu der Entstehung / Idee?

Bei diesem „RnB Streettape“ ging’s darum, etwas zu schaffen, was sich von anderen mixtapes in diesem Genre unterscheidet und das passiert allein schon durch die Kombination von neuem deutschen RnB-Gesang und alten, auch klassischen „ami“beats der 90er. Das ist auch etwas neues, stimmt, und es wurde auch Zeit, dass wir es tun, denn talentierte Sänger gibt es mittlerweile hierzulande schon einige... Dass es nur deutschsprachig geworden ist, liegt aber nicht daran, dass ich etwas gegen andere Sprachen hätte, ich finde nur, dass wenn man sich mitteilen oder auch seinen Zuhörern was mitgeben möchte, dies am ehesten eintreten kann, wenn man in erster Linie verstanden wird, wie hier im HipHop übrigens auch. Die Idee, etwas für den deutschen RnB zu tun schwirrte mir schon eine Weile durch den Kopf ... allein dadurch, dass in den Rooftop Studios einige Künstler rein- und rausgingen oder auch während der Zusammenarbeit mit BooXta, z.B. an Rimm’s Debut-CD („Rimmshot“), vor 1-2 Jahren entstanden schon erste Überlegungen dafür. Was anfangs noch ein „normales“ Mixtape werden sollte, entwickelte sich dann weiter, als ich auf alte HipHop-Platten gestossen bin. Und weil HipHop und RnB doch etwas gemeinsam haben, dachte ich, diesen bestimmten Sound und Vibe der 90er mit dem heutigen Stand im deutschen RnB zu verbinden, Newcomer aber auch schon Bekanntere unter einem Dach, dem Rooftop, das könnte etwas anderes entstehen lassen, was nun im Endergebnis auch schwer vergleichbar ist, mit etwas was es schon gibt.

Mit welchem Anspruch wurde an das Mixtape herangetreten?

In erster Linie ist diese CD ein streettape, was eine andere Form eines mixtapes ist. Dabei entstehen die Tracks oft in mehreren Sessions und werden ausgearbeitet mit dem Hauptziel, die Künstler oder auch Producer vorzustellen und Interesse an mehr zu erwecken, wie z.B. an ein mögliches Album. Obwohl es noch keins ist, sollte es dennoch ein hohes Niveau haben, um meinen oder auch unseren Ansprüchen gerecht zu werden, was bei diesem Streettape auch der Fall ist. Hier wird nach oben gestrebt und ein Level erreicht, was deutschen RnB 2006 auch hörbar macht und vielleicht auch mehr in Zukunft zulassen kann. Alles führt also nach oben, zum Rooftop... sky’s the limit... der Ruf muss top bleiben, wie an bisherigen Veröffentlichungen und der Arbeit zu sehen bzw. zu hören ist. Ausserdem war es eine andere Herangehensweise als bei üblichen Mixtapes. Die Überlegung war, nicht einfach irgendein instrumental zu nehmen und jemand wird schon irgendwas drauf singen, sondern die Frage sich zu stellen, wer zu welchem beat am besten passt und sich auch dafür eignet, stimmlich, emotional usw. und wie die CD dann im Zusammenhang klingen könnte. Im Endstadium hat jeder der Künstler einige beats bekommen und sich entschieden. Dass manche mit zwei Titeln vertreten sind liegt daran, dass der Ursprungsgedanke war, die Künstler von verschiedenen Seiten zu präsentieren, um auch die Bandbreite ihres Könnens mehr unter Beweis zu stellen, aber da es bei der einen oder anderem auch eine Zeitfrage war, ist es nicht immer dazu gekommen. Man kann hier aber getrost mit Künstlern rechnen, die ihre Arbeit verstehen und aktiv RnB zu vertreten wissen. Und dem Ganzen wird im streettape-Manier durch den Host, dessen Rolle hierfür Cusmar Brown übernommen hat, noch die passende Atmosphäre eingehaucht.

Wer zeichnet sich für die Ausarbeitung und das Konzept des Mixtapes verantwortlich?

Das „RnB Streettape“ ist auch wieder akribisch und mit Liebe fürs Detail entstanden. Es begann bei der Auswahl der beats und loops (habe ca. 80 beats passend geschnitten, geloopt und zur Auswahl gehabt), auschliesslich aus dem letzten Jahrhundert, bei denen im Original auch nur drüber gerappt worden war, ging weiter über die Künstler und ihre Gesangsaufnahmen, die auch hier bis auf 2, 3 Ausnahmen unter einem Dach entstanden sind und schliesslich konnte es mit der Endproduktion, wo unter anderem ich auch Zitate aus den Originaltracks zu jedem Titel passend ausgesucht und eingebaut habe, zu einem Ganzen verschmelzen. Nachdem also mein Konzept stand, musste es auch umgesetzt werden, wofür letztendlich alle Beteiligten ihre Arbeit geleistet haben und wir das nun so der Öffentlichkeit präsentieren können. Rooftop Entertainment, als Initiatoren mein Bruder Philly und ich, bringt dieses streettape an den Mann und so gehen wir, wenn man so will, „von unten nach oben“, so wie es Kopf an Kopf gleich am Anfang der CD auch bekanntgeben...

CODX galt ja vormals eher als Teil der Frankfurter HipHop-Gemeinde. Wie kam es dazu, sich nun auf RnB zu konzentrieren? Das Album von Rimm ist ja auch unter Deinen Fittichen entstanden.

HipHop schlägt weiterhin in mir und ich bin und werde wohl auch immer ein Teil dessen bleiben, daran ändert sich nichts. Ich will mich aber auch nicht einschränken (lassen) und versuche, mich auf gute Musik zu konzentrieren und auch Neues zu entdecken. Dazu zählt mit Sicherheit auch guter RnB. Vielleicht ist der Augenmerk im Moment mehr darauf, weil’s mehr aus mir herauszufordern scheint als HipHop, was ich irgendwie doch schon in jeglicher Facon erlebt habe. Eventuell ist der Reiz dazu grösser, aber an sich trenne ich das nicht so sehr voneinander und es war jetzt auch keine Umstellung oder etwas Neues für mich in dem Sinne. Ich habe schon früher mit Sänger/-innen gearbeitet und auch soulige Tracks produziert, noch vor der Rimmshot-CD, die auch sehr hiphop-lastig geworden ist, und dieses streettape besteht ja auch aus rap-beats, was die Gemeinsamkeit dieser Musikstile wieder aufzeigt; es braucht nur alles seine richtige Zeit, das Musikgeschäft, die Medien, alle brauchen die Zeit um draufzukommen was Sache ist. Das erklärt unter anderem auch die Auswahl des Zeitpunktes dieser Veröffentlichungen. Die Zeit regelt alles... wenn man z.B deutschsprachigen HipHop betrachtet, als er noch in den Kinderschuhen steckte - und ich meine jetzt eher den deepen, aussagekräftigeren Rap - konnte ihn die Öffentlichkeit entweder nicht erkennen, verstehen oder gar akzeptieren und deswegen oft nur wenig damit anfangen, was heute zum Glück doch anders geworden ist und auch sein kann. Und ich sehe die Entwicklung im RnB ähnlich... sobald mehr davon publik gemacht wird, was auch Hand und Fuss hat, so dass sich talentierte und produktive Sänger präsentieren können, die auch „kantigere“ deutsche Wörter soulig erklingen lassen können, und sobald die RnB-Gemeinschaft eine Basis für die Entfaltung findet, wird sie bestimmt auch aus ihren Kinderschuhen rauswachsen können, daran glaube ich. Gute Sänger gibt es schon einige und zu dieser Entwicklung will ich und alle Beteiligten unter anderem mit diesem Output natürlich auch beitragen.

Kannst Du mal nähere Informationen zu den einzelnen Künstlern sowie dem Initiator/en des Streettape geben?

Es sind unterschiedliche Leute drauf, manche bekannter, manche weniger, andere noch Newcomer wie z.B. Kopf an Kopf, Dilek Taskin usw. Nur jeder hat schon einen musikalischen Hintergrund mitgebracht, sei es wie z.B. Sophia Martin, die auf Reimroboter-Tone’s Album zu hören war oder Dilek Taskin als Backgroundsängerin von J-Luv. Um mal in Frankfurt zu bleiben, auch Sarah&Fame, die hier seit langem wieder zusammen einen track gemacht haben oder seit dem Duett mit Rimm auf der Rimmshot-CD einigen schon im Ohr gebliebene Yasmin Asfor von SaYa. Joce’n Reza kommen aus München und arbeiten im Moment an ihrem Album, mit ihnen habe ich schon codxtrax aufgenommen, die Jungs bringen unverkrampft den Soul rüber. Und wo wir grad dabei sind natürlich der Stuttgarter, der seiner Zeit schon voraus war, Samir. Ihn draufzuhaben ist für mich eine besondere Freude. Für das streettape hätte ich gern noch mit J-Luv einen Track aufgenommen, er hatte auch Bock drauf, da er aber zu dem Zeitpunkt länger verreist war, kam es nicht dazu. Ihn schätze ich auch sehr als Künstler. Aber ich kann sagen, dass ich mich über jeden freue, der auf diesem streettape drauf ist und dass auch die Zusammenarbeit, der Austausch unter einem Dach, eine musikalische Bereicherung für uns und den deutschen RnB bedeutet.

Für das Werk wurden, wie es bei deutschen Mixtapes meist üblich ist, Instrumentals aus Übersee verwendet. Was war der Gedanke dabei, fremde Kompositionen zu nutzen?

Der „Gedanke“ ist dieses neue Konzept. Die Verschmelzung und die Kombination zu verschiedenen Zeitpunkten, auch unter unterschiedlichen Voraussetzungen. Bedenkt man z.B. dass ein Xzibit-beat, der vor fast zehn Jahren so produziert worden ist und dafür unter anderem der Rap damals ein Gefühl transportiert hatte, nun heute mit deutschsprachigem Gesang „gemixt“ wird, dann stellt man sich die Frage, „wie kann das wohl klingen? Und wo befinden wir uns, künstlerisch, gesanglich, produktionstechnisch usw...?“ Die Antwort ist in diesem Falle klar, Rimm lässt über den beat etwas anderes entstehen, wobei dieses tiefe Gefühl einfach bestehen bleibt, diesmal als Gesang in deutscher Sprache. Mittlerweile haben wir auch gute Producer, und eigene Kompositionen begrüsse ich wirklich viel mehr als bestehendes Material zu verwenden, vor allem wenn man als Künstler selten oder kaum an das Original dran kommen würde, aber dieses streettape lässt dem Gesang natürlich auch mehr Spielraum und der Zuhörer wird weniger voreingenommen sein, weil über die beats ursprünglich gerappt worden ist und nicht gesungen. Also hier geht es eben um was anderes als um die einfache Verwendung von „amibeats“. Mit aktuellen RnB- oder HipHop-beats wäre das auch nicht dasselbe. Allein schon der Sound der 90er, die zahlreichen alten Samples, die dafür verwendet wurden, das lässt es oft wärmer klingen, souliger und dadurch wird es auch zeitlos. „Soulsurviving“ eben.

Ihr habt Valezka und Jonesmann auf dem Tape mit drauf. Wie kam da die Zusammenarbeit zustande?

Valezka kennt meinen Bruder und als sie von dem streettape mitbekommen hat, fand sie die Idee sehr cool und hatte Lust drauf. Nur die Zeit stand uns öfters dazwischen, denn sie war und ist auch mit ihrem Album beschäftigt, aber es hat geklappt und ich finde sie hat einen sehr coolen Track entstehen lassen. Was Jonesmann betrifft, ist auch nicht so weithergeholt, schliesslich haben wir schon des öfteren zusammengearbeitet. Was seinen Beitrag betrifft ist es so, dass wir schon länger mit dem Gedanken spielten was RnB-mässiges auch zu machen und zu der Zeit als „fick dich“ noch nicht so gängig war, hatte ich die Anfangszeile „mein Glück, wir waren nicht lang zusammen“ im Ohr und ja dann - dann hörte ich „street dreams“, die bassline, und es machte klick! Nur noch den beat gefixt und boom! Wir wollten zwar noch einen anderen Track aufnehmen, da er aber mit Xavier sehr lang auf Tour war, hat es nicht mehr geklappt. Aber den remix müsst ihr euch geben!

Wie siehst Du die Soul / RnB-Szene innerhalb Frankfurts? Schlummert dort großes Potential, dass es demnächst zu entdecken gilt?

Ich denke, auf jedenfall gibt’s Talente im deutschen RnB. Viele davon oder die meisten sind ja auf dem streettape vertreten.... Potential ist also vorhanden, mit Sicherheit auch ausserhalb von Frankfurt, wie z.B. Celina aus Berlin, von der Live-Band Sedoussa, sie ist auch auf der CD vertreten und wir, also auch Rooftop, tragen dazu bei, RnB auch auf diese Weise zu fördern und zu etablieren. Dennoch ist es momentan deutschlandweit noch schwierig das so zu plazieren wie beispielsweise HipHop jetzt. Und ich beziehe mich dabei nicht auf „deutschen Balladen-Pop“, was nicht heissen soll, dass die Sänger da schlechter sein müssen, nur schade dabei ist, dass manche einfach die falschen beats haben oder die falschen Leute hinter sich, die wenig mit Soul&RnB und dem Ganzen am Hut haben, weil sie vielleicht früher Techno produzierten. Da hilft jede Arte von Technik auch wenig, wenn die Seele darin und das Gefühl dafür fehlen... Aber solange es Unterstützer gibt, wie euch z.B., erreichen wir mehr Leute, mehr RnB-Liebhaber und so wird das auch wachsen.

Wird Rooftop-Entertainment auch in Zukunft die Hörerschaft mit RnB beglücken? Das Label beheimatet ja auch einige HipHop-Acts.

So wird es sein, natürlich. Wir versuchen das Beste drauszumachen, egal ob HipHop oder RnB. Wir wollen gute Musik, gute Leute, gute Vibes... Was ihr da draussen nur tun braucht ist, eure Augen und Ohren zu öffnen, euer Herz und dann seid ihr schon dabei. Wir ziehen alle an einem Strang, also brauchen wir uns auch gegenseitig. Deshalb holt euch alles an Rap+RnB was mit Rooftop Frankfurt zu tun hat, denn wir haben die Basis und gehen nach oben. Das heisst: das RnB streettape sollte jetzt in eurem Player schon rauf und runter laufen...! Spread the word und checkt auch www.streettapes.de, dort gibt’s Material dazu. Danke fürs Interview und euch für die Zeit. Rooftop...! peace.


Anmerkung: das Interview wurde 2006 von Marc Liebe (soulsite) geführt


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